OETZ


Nach OETZ mussten wir ein bisschen länger suchen. Einige Jahre vor unserer Zeit an der FH Düsseldorf noch als Zeitschrift des Fachbereich Designs publiziert worden, schien es, dass umso mehr sich an dieses Magazin erinnerten, desto seltener waren die einzelnen Ausgaben auszumachen.

Als dann aber Herr Prof. Victor Malsy zwei Ausgaben für uns aus dem Schrank zog, war die Überraschung groß. Nicht nur, weil das lang gesuchte Magazin endlich ein Format hatte, sondern mit einem Male auch was für eins. Mit einer Länge von 320 mm aber gerade mal einer Breite bis 185 mm, lag es ganz ungewohnt in der Hand. Längs ¼ des Blattes gefalten und mit Tackerklammern zusammen geheftet, wurde damals aus einem Stapel DIN A3 Blätter schnell ein einfallsreich gebundenes Magazin. Der dadurch entstehende schmale Vorsatz wurde zur OETZ Spätlese erklärt und in diesen Spalten fanden sich dem sparsamen Platz gerecht werdend fortan in Kürze alles wichtige rund um die FH.

In der Ausgabe vom Februar 1982 sind das zum Beispiel „Neues vom Neubau”, „Streik am FB zwo” und noch mit richtig viel Charme die Sparte „Neues und Bewährtes aus der Fachbereichsbibliothek”. Im Hauptteil des Magazins trifft man dann beispielsweise auf Interviews von den bereits Großen im Geschäft und einen Bericht von einem Studierenden, wie er sich nebenbei Geld als Taxifahrer verdient. Dann noch schnell einen Blick in einen Terminkalender von einem erfolgreichen Werber geworfen und von den kulinarischen Essenstipps aus Düsseldorf erfahren (wozu kurzerhand eine echte Pommesgabel eingeklebt wird). Auf den letzten Seiten werden dann noch die wichtigsten Telefonnummern für den Designer veröffentlicht, darunter die von Frankenheim, Gatzweiler und Helmut Kohl, um schließlich bei den Nummern von Piff, Puff und Paff zu enden. OETZ erweist sich damit nicht nur als lehrreich, sondern gerne auch als sich selbst nicht allzu ernst nehmend. In der Ausgabe vom Juni 1987 wird das Design der Geldscheine besprochen, eine Reise um die Ecke nach Köln gemacht und das Sammeln von Glanz und Lackbilder beleuchtet, die ebenfalls liebevoll eingeklebt werden.

Bei OETZ ging es um das Große und Ganze, um dann aber auch einen Blick ins Detail zu werfen. Es ging darum, den Studierenden eine Plattform zu geben, um sich kreativ einzubringen, und um diese mit den wichtigsten Informationen rund ums Studium und dem Leben danach auf dem Laufenden zu halten. OETZ bebilderte ein Zusammengehörigkeitsgefühl und gab dem Fach Kommunikationsdesign an der FH genau das, was man heute manchmal schnell in den leeren Gängen vermissen mag: Ein Treiben, eine Diskussion, einen Zusammenhang. Ein bisschen OETZ.

Steckbrief:

// Erscheinungsjahr: 1979
// Format: 185 x 320 mm
// Sprache: Deutsch